K a l l a     W e f e l

Kabarettist, Autor & Musiker

Biographie

Kalla Wefel wurde am 9.10.1951 in Osnabrück geboren. Am selben Tag wurde auch die Pille erfunden, neun Monate zu spät also, um Schlimmeres zu verhindern. Mit vier Jahren verdiente Kleinkalli sein erstes Geld als Sänger, indem er sein umgedrehtes Dreirad zur Drehorgel umfunktionierte und dazu Bill Haleys aktuellen Welthit Rock Around The Clock in Lautsprache intonierte. Das erste Geld reichte aus, um die ganze Kindergartengang eine Woche lang mit Süßigkeiten zu ernähren. Der Weg von der Luftorgel endete praktisch zwangsläufig über die Zwischenstationen Schulchor, Flöten- und Posaunenunterricht bei der E-Gitarre. Für den 13-jährigen Kalla war das bereits eine Art "Back-to-the-roots", denn das erste Lied, das er auf der Gitarre lernte, war Rock Around The Clock.

Seine eigentliche Künstlerkarriere (auf dem Foto links 1966 mit 14 Jahren mit seiner Band The Set im Strandcafé Baltrum) begann nur wenige Monate später und dank einer Sondergenehmigung des Jugendamtes stand er von nun an als "fahrender Gesell" regelmäßig an den Wochenenden auf der Bühne, obwohl er noch nicht einmal eine Velo Solex fahren durfte.

 

Verarbeitet hat er diese traumatischen, auf nur drei Akkorden beruhenden Erlebnisse aus seiner Jugend offenbar bis heute nicht und bringt sie deshalb in der längst legendären Szene G-C-D-C immer wieder zur Sprache, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
"Es darf nie wieder passieren, dass eine ganze Generation mit nur drei Akkorden aufwachsen muss", lautet seine herzergreifende Botschaft an die Jugend der Welt, die mit der philosophischen Schlussfolgerung endet: "Auch ich war mal ein Wunschkind, doch dann wurde ich dreizehn und lernte Gitarre!"

Zum Profi wurde er 1974 parallel zum Philosophie-, Germanistik und Sportstudium mit der Hamburger Politrockband Oktober, die in den siebziger Jahren vier LPs (UhrsprungDie Pariser KommuneHimmel auf Erden) sowie Alle Türen offen! gemeinsam mit der österreichischen Folkrockband Schmetterlinge in Wien aufnahm. Oktober löste sich 1980 auf, zumal die Weltrevolution auf sich warten ließ.

 

1982 gründete Kalla nach kurzem Gastspiel in Kanada in Hamburg mit Freunden die New-Wave-Band Clinch und landete mit der Singleauskopplung Hallo, Vater! aus der LP Gefühlsalarm im selben Jahr einen kleinen Hit, der so klein war, dass Kalla auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Laufbahn in Hamburg Taxifahrer wurde. Auch wenn sein Leben dort endete, wo seine Mutter es immer befürchtet hatte, nämlich auf der Straße, riet sie ihm fürsorglich: "Junge, wenn nichts mehr läuft, fahr ruhig Taxe, aber nimm bloß keine fremden Leute mit."

Die 1987 erschienene Taxifahrer-Biographie Sind Sie frei? entwickelte sich rasch zu einem großen Erfolg und ebnete Kalla den Weg zu neuen Ufern. Nach journalistischen Tätigkeiten unter anderem für die Zeitschrift Tempo sowie als Schulbuchautor für deutsche Sprachbücher und dem Übersetzen von mehr als 100 englischsprachigen Romanen startete er 1989 unter dem Namen Spvg. Turn & Taxis gemeinsam mit Claus Dethleff seine Kabarettkarriere. Mit den beiden Programmen Sind Sie frei? – benannt nach der gleichnamigen Biographie – und Jemand zugestiegen? tourte die Spvg. Turn und Taxis bis 1996 durch die deutschsprachigen Länder.           

1997 hatte Kallas erstes Soloprogramm Immer locker bleiben im Theater am Küchengarten in Hannover Premiere. Es folgten die Soloprogramme Ansichten eines KlonsKlingelt´s endlich?Die ErschöpfungsgeschichteWer nichts weiß, muss alles glauben!Nur die Zukunft ist gewissMotzen ist mein Yoga! und Am Anfang war die Musik!.


1999 erhielt er den Kleinkunstpreis Satirelöwe in der Sparte "Solokabarett". 2005 erschienen die Doppel-CD Die Erschöpfungsgeschichte und die Maxi-CD Viva Maria!. Er schreibt und veröffentlicht regelmäßig satirische Erzählungen. Sein Osnabrücker Möchtegernwörterbuch Kär, Kär, Kär! entwickelte sich nach der Bibel und Mein Kampf zum meistverkauften Buch in Osnabrück.

Seit 2002 wohnt Kalla wieder in Osnabrück und veranstaltet dort seit 2006 einige Male pro Jahr im Kulturzentrum Lagerhalle den "Osnabrücker Heimatabend", auf dem er sich mit Gästen aus Kunst, Sport und Politik in erster Linie über stadtspezifische Themen unterhält.

Am 14. April 2018 fand "nach über 60 Jahren Recherche" die von Publikum und Presse gefeierte Premiere seines mit Spannung erwarteten Programms Am Anfang war die Musik statt, das völlig neue Einblicke in die Musik- und Kabarettszene bietet.